Transport & Logistik
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Ladehilfsmittel - nicht nur Europaletten

24. September 2019 von Dr. Marcus Schriefers, M.C.L.

Rechtlich ist schon hinreichend und viel darüber diskutiert worden, wie die Verhältnisse bei der Verwendung von Europaletten sind, insbesondere, wenn eine Partei von der anderen fordert, noch bis zu mehrere 1.000 Europaletten zurückgeben zu müssen.

Insbesondere im Einzelhandel, aber auch im Rahmen der Automobilindustrie werden aber neben den Europaletten auch eine ganze Reihe anderer Ladehilfsmittel verwendet, deren Wert noch dazu deutlich über dem der durchschnittlichen Europalette liegt. Eine Gitterbox liegt bei einigen 100 €, ein Spezialgestell für Autoteile kann 4-stellige Beträge kosten. Hinzu kommen die verschiedenen weiteren verwendeten Paletten wie Chep, die roten Paletten und ähnliches.

Der maßgebliche rechtliche Unterschied ist, dass bei den Europaletten eigentlich jeder Beteiligte, Verlader, Spediteur oder Empfänger Paletten in den Kreislauf einsteuert und diese auch vom Eigentum her an den nächsten in der Transportkette übertragen werden. Dadurch ergeben sich notwendigerweise Ausgleichsansprüche. Ausdrückliche vertragliche Absprachen gibt es selten.

Bei den meisten anderen Ladehilfsmitteln findet diese Eigentumsübertragung nicht statt. Hier spricht man häufig von einem geschlossenen Kreislauf, denn diese Ladehilfsmittel gehören regelmäßig einer Partei und diese stellt sie entgeltlich, teilweise auch unentgeltlich zur Nutzung zur Verfügung. Trotzdem ist dann auch hier zum einen eine klare vertragliche Verabredung über die Umstände erforderlich und eine verlässliche Kontoführung über die Ladehilfsmittel-Bewegungen. Beides setzt eine sorgfältige Planung und dann auch Umsetzung voraus. Streitpunkt sind dann häufig die aktuellen Werte eventuell auszugleichender Ladehilfsmittel, denn wie genau schätzt man den Wert einer 5 Jahre alten Gitterbox, die noch dazu verloren ist und damit nicht mehr objektiv bewertet werden kann. Auch hier sind pauschalierte Lösungen gefragt, um eskalierende Streitigkeiten zu vermeiden und wirtschaftlich sinnvolle Ergebnisse zu erzielen.