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Performance based Payment

4. Oktober 2018 von Dr. Marcus Schriefers, M.C.L.

Diese Form der Bezahlung gewinnt zunehmend an Bedeutung, allerdings erscheint das Stichwort doch sehr unterschiedlich interpretiert zu werden, meist in der Form, dass bestimmte Servicelevel vereinbart werden und je nach dem Erfüllungsgrad wird darauf ein Bonus oder ein Malus gewährt.

Tatsächlich aber ist das System als solches vielschichtig, insoweit auch komplexer. Während das Bonus/Malus-System eigentlich immer noch unmittelbar an der Vergütung einer erbrachten Leistung, also dem durchgeführten Transport oder der ausgelieferten kommissionierten Ware orientiert ist, gehen die leistungsorientierten Vergütungssysteme auf deutlich mehr Kriterien ein. Es werden also Dinge wie Pünktlichkeit, Schadenfreiheit, aber auch Korrektheit der Sendungsdaten, ja selbst Flexibilität auf Mengenschwankungen oder andere Anforderungen berücksichtigt und gewertet. Aus diesem Wertungsergebnis ergibt sich dann letztlich die Bezahlung, die sowohl unterhalb eines Durchschnittspreises als auch oberhalb desselbigen kann. 

Es sind 3 Komplexe in erster Linie, die es hierbei zu betrachten gilt: 

Es muss festgestellt werden, was denn überhaupt die Faktoren sind, die letztlich aus Sicht des Auftragsgebers die Qualität der Leistung insgesamt bestimmen. Das kann für den einen die Pünktlichkeit sein, für den anderen die Schadenfreiheit, es gibt aber auch Unternehmen, die auf die Flexibilität in der Reaktion auf unterschiedliche Anforderungsprofile das maßgebliche Kriterium sehen. Das zu bewerten und entsprechend die Kriterien zu fixieren, ist die erste Aufgabe. 

Der nächste Komplex besteht darin, diese Kriterien einer möglichst genauen Bewertung zu unterziehen. Bei der Pünktlichkeit mag das noch recht einfach sein, die Sendungsdaten verglichen an den Auftragsdaten ergeben ein meist auch elektronisch zu ermittelndes Ergebnis, ob eine Sendung pünktlich bearbeitet und ausgeliefert wurde. Bei der Bewertung einer Flexibilität auf geänderte Auftragsanforderungen ist das aber sehr viel schwieriger. Tatsächlich zeigt die Erfahrung, dass eigentlich nur elektronisch gewonnene Ergebnisse, die entsprechend eben auch elektronisch ausgewertet werden können in der täglichen Praxis tauglich sind, Grundlagen für eine Vergütung darzustellen. Für weiche Faktoren muss man dann möglicherweise ein Punktesystem entwickeln, das in gemeinsamen Besprechungen festgelegt wird oder Ähnliches. 

Die dritte Aufgabe besteht darin, diese verschiedenen Kriterien gegeneinander zu gewichten. Haben Sie 5 Kriterien, können Sie diese alle mit 20 % gewichten, also alle sind gleich geschaltet. Das ist aber regelmäßig nicht die Erwartung, tatsächlich werden unterschiedliche Gewichtungen festgestellt und hier wird es jetzt schwierig, diese so ins Verhältnis zu setzen, dass sie den Interessen beider Parteien gerecht werden. 

Ein Nebenaspekt ist noch, dass aus Sicht des Auftraggebers letztlich auch immer noch sichergestellt werden muss, dass er letztlich einen Nachweis führen kann, die betreffende Leistung bezahlt zu haben. Das mag auf den ersten Blick lächerlich erscheinen, ist aber im Hinblick auf die heutigen teilweise ja völlig losgelösten Bezahlungssysteme gerade großer Industrieunternehmen ein durchaus ernst zu nehmendes Kriterium.

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